Will Wilde | Biografie

  • Will Wilde

„Outstanding harp with all the gruff ferocity of a junk yard dog" (Blues In Britain)

„Pop, Big Walter and Little Walter would be proud" (Jimmy D Lane)

„I just listened to it and it knocked me out...Sounds Great!" (Charlie Musselwhite)

Seit mehreren Jahren tourt Will Wilde entweder mit seiner eigenen Band oder an der Seite seiner Schwester Dani Wilde kreuz und quer durch Großbritannien und Kontinentaleuropa. Diese Knochenarbeit hat sich ausgezahlt. Der 22-jährige Mundharmonikaspieler, Sänger und Songschreiber zählt spätestens seit seiner Nominierung für den British Blues Award 2010 in der Kategorie „Best Harmonicaplayer“ zu den großen Hoffnungsträgern der britischen Blues-Szene. Mit seinem neuen Album „Unleashed“, das sich mit „einem Dutzend starker und bestens produzierter Eigenkompositionen im Spannungsfeld von Blues, Rock und Soul wohltuend von den Produktionen so manch anderer Musiker aus der jüngeren Generation abhebt“ (bluesnews, Juli - September 2011), ist ihm nun jener große Wurf gelungen, den Kritiker und Blues-Fans erhofft und erwartet haben.

Die zwölf Songs des Albums demonstrieren eindrucksvoll, dass Will Wilde, nicht nur ein Virtuose auf der Mundharmonika und ein packender Sänger mit viel Soul in der Stimme ist, sondern auch ein talentierter Songschreiber und Texter, der die typischen Bluesthemen wie Liebe, Verlust, Betrug, Verrat und Einsamkeit in starke Verse kleidet. Gleich der prächtige Albumeinstieg „Angel Came Down“ mit einem kochenden Mix aus Soul, Blues und Rock inklusive eines heißen Harmonikasolos und das mitreißende „Waste My Life Away“ liefern treffliche Beispiele für Songs mit musikalischem wie lyrischem Tiefgang. Gleiches trifft auf „H.L.S.“, ein schwül-schwitziger Protestsong gegen Tierversuche, und die Bluesballade „Malaria“ mit ihren fiebrig wahnhaften Gitarren- und Mundharmonikasoli zu. Letztere entstand unter dem Eindruck einer Reise nach Kenia, in deren Verlauf Will Schulkindern in den Elendsvierteln das Mundharmonikaspiel beibrachte – für ihn eine einschneidende Erfahrung.

Neben thematisch ernsthaften Songs finden sich auf „Unleashed“ aber auch einfach nur als sexy zu bezeichnende Soul- und Bluesrock-Stomper, Songs wie die mit einem klassischen Canned-Heat-Riff durchstartende Hass-Tirade „If I Got My Hands On You“, das schnörkellose „Always Be Around“ und die raue R&B-Nummer „Fly Around The World“. Auch „Let’s Get High“, ein langsamer Blues für späte Nachtstunden mit einem wundervollen Piano-Solo im Stil eines Memphis Slim beschränkt sich auf eine einfache wie treffliche Botschaft: Genieße das Leben, lass es Dir gut gehen.

Dass Will Wilde sich keine stilistische Fesseln anlegen lässt, unterstreicht er mit der zarten Akustik-Ballade „Wish You Were Mine“ und mit dem auf einer traditionellen Gospelnummer basierenden „No No No“. Allerdings handelt der Song nicht mehr von Gott, sondern von einem Mädchen. Musikalisch verbindet Wilde hier Ray Charles’ hymnische Spiritualadaptionen mit der Leichtigkeit früher Motown-Singles wie „Uptight“ oder „Fingertip“ von (Little) Stevie Wonder. „No No No“ klingt vitalisierend und bietet so viel Raum für spritzige Soli, dass es gegen Ende noch mal erklingt - quasi als Zugabe eines Albums, das mit einer guten Mischung aus Traditionen und neuen Sounds, aus klassischen Einflüssen und neuen Ideen zum Besten gehört, was der British Blues des 21. Jahrhunderts bislang zu bieten hatte.

„Bei ‚Unleashed’ war ich völlig frei“, sagt Will Wilde. „Ich konnte die Musik spielen und aufnehmen, die ich wollte. Dabei bin ich weit über die Grenzen des Blues hinausgegangen.“ Bei den Studioaufnahmen vertraute er hochkarätigen Musikern wie Stuart Dixon (Geno Washington, Marcus Malone), für Wilde, der beste Gitarrist, mit dem er je gespielt hat, Bassist Roger Innis (Chaka Kahn, Sherman Robertson) und Keyboarder Pete Wingfield (Van Morrison, Buddy Guy, Paul McCartney). 

Als Produzent fungierte Jamie Little, der laut Wilde „für einen Groove sorgte, der perfekt zu meinem Stil passt.“ Bei einem Song, „Blues Is My First Love“, einem funkigen Duett mit seiner Schwester Dani, bei dem sich Will sogar erfolgreich als Rapper versucht, stand ihm die britische Blueslegende Mike Vernon zur Seite, der seit den 1960ern die Creme der britischen Bluesszene von Eric Clapton bis Fleedwood Mac, von Ten Years After bis John Mayall produziert hat. „Mit Mike Vernon zu arbeiten, war für mich eine große Ehre“, schwärmt Will. „Er ist einer meiner Idole.“

Es ist kein Wunder, dass die Geschwister Wilde vom Blues infiziert sind, denn der Blues wurde ihnen quasi in die Wiege gelegt. „Ich bin mit Blues aufgewachsen“, erzählt Will. „Mein Vater ist ein ganz großer Fan. Bei ihm läuft immer nur Blues, im Auto, im Haus, überall. Der erste Song, an den ich mich namentlich erinnere, war Sonny Boy Williamsons ‚Help Me’, da muss ich etwa sechs Jahre alt gewesen sein. Irgendetwas an diesem Lied hat mich bis ins Mark getroffen. Bis heute gehört der Song zu meinen absoluten Favoriten. Nach diesem Erlebnis war ich dem Blues verfallen. Eine Zeit lang benahm ich mich sogar wie ein Purist. Ich wollte mir nichts anhören, was nach 1950 aufgenommen worden war.“

Diese Phase hat er zum Glück längst hinter sich gelassen, auch wenn er nach wie vor von alten Meistern beeinflusst ist, etwa von Charlie Musselwhite, was das Mundharmonikaspiel anbelangt, und von Sam Cooke, den er als eine Hauptinspiration für seinen soulgetränkten Gesang nennt. Heute schaut Will Wilde lieber nach vorn, wenn er neue Sounds und Ideen ausprobiert. „Ich liebe es, wie Joss Stone und Amy Winehouse den Soul einem jungen Publikum näher bringen. Genau das strebe ich auch an – mit dem Unterschied, dass ich, inspiriert von modernen Harmonicaspielern wie Paul Lamb und Pierre Lacocque von Mississippi Heat, noch neue Mundharmonikaklänge hinzufüge.“

Seit er mit 16 die Schule abgeschlossen hat und aus seinem Heimatdorf in Wiltshire nach Brighton gezogen ist, um Musiker zu werden, hat Will Wilde viel erreicht. Er muss auch längst nicht mehr in Punk- und Gothic-Bands trommeln, um seine Miete zahlen zu können. Das war schon passé als er 2005 seine erste Gruppe, The Neptune Blues Band, gründete. Seit er 2007 sein noch stark im Chicogo-Blues verwurzeltes Debütalbum „Nothing But Trouble“ veröffentlichte, steigt er unaufhaltsam die Karriereleiter hinauf. Er ist sowohl mit seiner eigenen Band als auch mit der Gruppe seiner älteren Schwester, der Gitarristin Dani Wilde (Ruf Records), in den berühmtesten Blues-Clubs und auf vielen namhaften Festivals aufgetreten. Er war Opener für Jools Holland in der Royal Albert Hall und ist immer wieder gern gesehener Gast in Paul Jones’ Radiosessions von BBC 2. Kein Zweifel: Mit seinem Talent als Sänger, Songschreiber und Texter sowie seinem virtuosen Mundharmonikaspiel ist Will Wilde auf dem besten Weg ein ganz Großer zu werden – und das nicht nur in der Blues-Rock-Szene.

Mit „Unleashed“, das mit einer perfekten Mischung aus Blues, Soul, Funk, Rock und Gospel auftrumpft, hat er ein grandioses Album am Start, das ein großes Publikum erreichen kann. Vor allem Menschen, die noch den Wert guter, handgemachter Musik zu schätzen wissen, werden von„Unleashed“ mehr als begeistert sein – sie werden das Album und Will Wilde lieben.
© 2011 Rock The Earth

 

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